Dass Kiev Stingl ebenso sehr Poet war, wie er Sängerbarde sein wollte, fand bei den vier Albumvorgängern offenbar nicht ausreichend Beachtung. Egal ob das nach angloamerikanischen Rockstandards traditionell arrangierte "Teuflisch", egal ob die eher am britischen New Wave angelehnten "Hart wie Mozart" beziehungsweise "Ich wünsch den Deutschen alles Gut", egal ob "Grausam das Gold und jubelnd die Pest" mit FM Einheit und Alexander Hacke von Einstürzende Neubauten als Studiomitstreiter, selten ergibt sich ein stimmiges Ganzes aus Musik und Dichtkunst, das die Dichtkunst gebührend zur Geltung bringt. Bei "Meine Sterne fallen" jedoch gelingt das Kunststück ohne Abstriche!
Über die zweite Vorabauskopplung "Gypsy Queen", verrät Arrangeur und Produzent Niklas David im Pressinfo des Schallplattenlabels, dass es sich um Kiev Stingls Selbstporträt handelt. "Seine gesamte Vita in drei Zeilen, der Dieb (ja, er hat gestohlen, keine Frage, vor allem Bücher), die schillernde Diva und der Halunke, der Herzen bricht. Das Bild der diebischen männlichen Gypsy Queen gefiel ihm. Aufgrund der Homo Assoziation kam es kurzzeitig zum Arbeitstitel 'Jean Genet'".
Die Vinyledition von "Meine Sterne fallen" wird bei Hans Joachim Irmlers Schallplattenlabel Klangbad verlegt, die CD bei Ralf Friels Moloko Plus.
Bernd Gürtler/TM
Kiev Stingl: Meine Sterne Fallen (Klangbad; 20.02.26/LP)
Kiev Stingl: Meine Sterne Fallen (Moloko Plus; 20.02.26/CD)
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