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Kiev Stingl: Unveröffentlichte Songs erscheinen bei Klangbad

Er genießt die Verehrung einer eingeschworenen Fangemeinde, darunter Mitglieder von Rammstein, offenbar aber auch Hans Joachim Irmler, Mitbegründer der westdeutschen Krautrockformation Faust. Auf seinem Schallplattenlabel Klangbad erscheint die EP "X R I NUIT" mit bislang unveröffentlichten Songs von Kiev Stingl, eingespielt 1982, nachdem der Maestro der teutonischen Undergroundpoesie auf Madagaskar von der Geheimpolizei wegen angeblicher Komplizenschaft bei einem von der CIA angezettelten Putschversuch verhaftet und zum Tode verurteilt worden war. Unter abenteuerlichen Umständen gelang die Flucht.

Zurück in Deutschland sollte in den Hamburger Teldec Studios ein Nachfolger für die drei ausgezeichneten Vorgängeralben "Teuflisch", "Hart wie Mozart" sowie "Ich wünsch den Deutschen alles Gute" entstehen, wieder mit Achim Reichel (Rattles, A.R. & Machines) als Produzenten und zunächst lediglich in Begleitung von Götz Humpf (City Preachers) an der Gitarre. Das Unterfangen scheitert am exzentrischen Gebaren des Hauptakteurs. Vier halbfertige Songsskizzen von damals wurden von Niklas David, der einen Hälfte des experimentierfreudigen Musikantenduos Audiac, für "X R I NUIT" unter Berücksichtigung zeitgenössischer Klangvorstellungen aufbereitet. Gänzlich unbekannt ist ihm der altfordere Künstlerkollege nicht gewesen. Ein Videoclip zu "Gospels Unreal" von Audiacs eigenem, zweiten Album "So Waltz", war aus Filmsequenzen von einem Hausbesuch im Spätherbst 2016 bei Kiev Stingl von Hanna Schulze montiert worden.
Bernd Gürtler/TM
 


Kiev Stingl
"X R I NUIT"
(Klangbad; 14.10.2022)


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Foto: Klangbad
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