Wieder werden sämtliche Songs vorab vollständig über Streamingplattformen verfügbar gemacht, wieder zum jeweils nächsten Vollmond. Wieder gibt es von jedem Song einen "Dark-Side Mix" und einen "Bright-Side Mix". Wieder wird jedem Song ein handverlesenes Kunstwerk mitgegeben. Das zu "Been Undone", dem ersten Vorabsong aus "o/i", stammt von der Südamerikanerin Janaina Mello Landini, die, wie Peter Gabriel auf seiner Website erläutert, mithilfe aufgedröselter Seile, ausgehend von einem Knoten, fließende, spiegelbildliche Strukturen anfertigt "to be read forward and backward as a visual and structural palindrome".
Passend zum Spiegelbildcharakter des Albums. "i/o" von 2023 bedeutete, "the inside has a new way out" und 'o/i" jetzt, dass "the outside has a new in". Aber Peter Gabriel wäre nicht Peter Gabriel, würden seine exklusiven Konzepte nicht nützliche Gedankenanstöße zu elementaren Menschheitsthemen geben. Er habe nachgedacht, lässt er ebenfalls über seine Website ausrichten, und sei zu dem Schluss gekommen, dass wir "sliding into a period of transition like no other, most likely triggered in three waves; AI, quantum computing and the brain computer interface. Artists have a role to look into the mists and, when they catch sight of something, to hold up a mirror." Der eine oder andere hätte sich vielleicht Statements zum grassierenden Autokratismus geisteskranker Weltenlenker gewünscht, aber wer weiß, zwölf Vollmonde hat das Jahr noch.
Bernd Gürtler/TM
Peter Gabriel: "o/i" (Real World/Virgin; 24.12.26)
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