Die Künstlerin fühlt sich berufen, spätestens seit "Personal Jesus" liegt das mehr oder weniger auf der Hand. Der Titelsong des Albums zwar eine Coverversion von Depeche Mode, was einiges an Deutungsspielraum zuließ. Alles Übrige aber fast durchweg astreiner Gospel. Zugegeben, klarer abgezeichnet hätte sich die Sachlage bereits damals, wenn das grandiose und in der Songüberschrift unmissverständliche "I Am Born To Preach The Gospel", nicht erst der vinylen Neuedition fünfzehn Jahre später als Bonustrack mitgegeben worden wäre.
Dass das Titelstück zu "Highway To Heaven" als Replik auf AC/DCs "Highway To Hell" gedacht sein könnte, bestreitet Nina Hagen entschieden und verweist auf Sister Rosetta Tharpe, die den Song im Repertoire hatte und wegen ihres archaischen Vortragsstiels als Geburtshelferin des Rock'n'Roll gilt. Filmsequenzen von Fernsehauftritten zu Beginn der sechziger Jahre in Großbritannien, die sich über entsprechende Suchanfragen im Internet aufstöbern lassen, sind Nina Hagen offenbar vertraut.
Gastsängerin ihrer eigenen Songadaption, wird die dänische Schlagerkönigin Gitte Hænning sein, eine langjährige Freundin. Der erste Vorabsong aus "Highway To Heaven" heißt "Somebody Prayed For Me", stammt von Dorothy Norwood aus dem Dunstkreis von Mahalia Jackson und wird im begleitenden Videoclip mit Nina Hagens Biografie verknüpft.
Bernd Gürtler/TM
Nina Hagen
"Highway To Heaven"
(Grönland; 27.03.26)
Nina Hagen
"Personal Jesus"
(Grönland; Rerelease 16.07.25)
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