|   Rezension

Villagers

Fever Dreams

(Domino)

Sich als Band ausgeben und das kreative Pensum meistenteils im Alleingang bewältigen? Gewählt ein Bandname, weil selbiger "doesn't offend the songs"? Das lässt auf jemanden schließen, der sich mitteilen möchte, selbst jedoch ungern im Rampenlicht steht. Der sich unter künstlerischen Gesichtspunkten die Optionen offen hält. Conor O'Brien, gebürtiger Ire mit Herkunftsort Dublin und Mastermind hinter den Villagers, kultiviert beides seit Bandgründung 2008. "Fever Dreams", sein opulentestes Album bisher, ein einziges Sowohlalsauch und bestens geeignet als Soundtrack zum aktuellen Zeitgeschehen.

Man konnte es wissen, von Anbeginn. Der Drang, sich auszusetzen den Spannungsfeldern irgendwo dazwischen, bereits eingeschrieben in den Eröffnungssong zum Debütalbum "Becoming A Jackal"; die Schlüsselzeile in "I Saw The Dead" lautet, "meet me in between what I say and what I mean". Das Album selbst mal aufwändiger arrangiert, mal spartanisch zur Akustikgitarre vorgetragen.

Das akustische Element bleibt bestehen, die Arrangements gewinnen von Album zu Album an Dichte, bei "The Art Of Pretending To Swim" noch in konventionelle Songstrukturen gebracht, jetzt beim Albumnachfolger "Fever Dreams" zerfließen die Formen. Sicher nicht zufällig, denn eingebettet in Beatles/Pink Floyd-Psychedelia und Duke Ellington/Alice Coltrane-Jazz, wird das Schattenreich zwischen Alptraum und Wirklichkeit ausgebreitet. Conor O'Brien wollte "to make people smile but also to create a space to reflect in. I wanted nuance, warmth and intellectual curiosity all wrapped up in a kind of agnostic devotional stew. Sometimes the most delirious states can produce the most ecstatic, euphoric and escapist dreams." Denn er findet, "it’s safe to say that the last few years have been pretty tough. The constant barrage of an increasingly polarised world hurtling towards ecological oblivion is enough to drive anyone insane, with or without a global pandemic. Making this music felt like a salve for the soul". Vier verschiedene Albumcover sind für "Fever Dreams" geplant, angelehnt an die Songthemen sowie vier Sternbilder, die da wären Ursa Major (Großer Bär), Aquila (Adler), Cassiopeia (Elch) und Serpens (Schlange).
BG/TM

Video/Audio
"So Simpatico"
"The First Day"
 

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