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Freundschaft im Banderbgut: The Düsseldorf Düsterboys beim The Sound Of Bronkow Music Festival

Die beiden Hauptprotagonisten kennen sich seit ihrer Jugend im rheinlandpfälzischen Mainz, beginnen gemeinsam mit Musikmachen, wechseln gemeinsam zum Studium nach Essen. Pedro Crescenti wählt Germanistik, Peter Rubel Komposition an der renommierten Folkwang Universität. Freundschaft ist bei ihnen ins Banderbgut eingeschrieben und entfaltet ein kreatives Potential, ausreichend um zwei Bands zu versorgen. Die eine, International Music, ist als Trioformation mit Schlagzeugbesetzung angelegt, die andere, The Düsseldorf Düsterboys ein Duo, vorrangig gespeist aus ihrer Zweiergemeinschaft.

Akustikgitarre und Gesang in doppelter Ausführung, ein Doppelduo sozusagen, das sind The Düsseldorf Düsterboys im Kern, so treten sie gewöhnlich auch vor ihr Konzertpublikum. Die Alben werden üppiger ausgestattet, besonders auf "Duo Duo" (Staatsakt) vom Herbst 2022 trifft das zu, den Nachfolger des drei Jahre zuvor veröffentlichten Albumdebüts "Nenn mich Musik". Songs wechseln sich mit kurzen Instrumentalpassagen ab, so dass ein fließendes Ganzes entsteht.

Wer will, kann eintauchen und die verblüffenden Arrangements entdecken, die vordergründig an angloamerikanische Vergleichsgrößen wie Simon & Garfunkel, Van Dyke Parks oder Beach Boys erinnern, beim zweiten Hinhören aber eine europäische Prägung erkennen lassen.

Nicht von ungefähr findet im Presseinfo des Schallplattenlabels das legendäre Burg Herzberg Festival Erwähnung, das bis 1969 sieben Jahre in Folge angehende deutschsprachige Liederkoryphäen vom Kaliber eines Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader oder Reinhardt Mey auf die Bühne brachte. Ein in der Tat sachdienlicher Hinweis, findet Pedro Crescenti. "Deutschsprachige Texte interessieren uns, weil, es gibt nicht sehr viel deutschsprachige Popmusik, die wir selbst gern hören würden. Ganz anders in Großbritannien!"

Oder Brasilien, Herkunftsland sowohl seines Vaters als auch der südamerikanischen Rockpioniere Os Mutantes, deren Produktionsweise bei "Duo Duo" Pate stand. Die Streicher zu "Lavendeltreppen", kompetent in Noten gefasst von Peter Rubel, sind arabisch beeinflusst. "Adieu Adieu" aus dem Nachlass eines englischen Komponisten des sechzehnten Jahrhunderts namens William Cornish, ist die einzige Coverversion des Albums, auf die Agenda gesetzt durch Pedro Crescentis Freundin, die in einem Barockchor singt. "Gemeinsam mit ihr sangen Peter und ich das Stück ab und zu bei uns am Küchentisch. Gegen Ende der Albumeinspielung dachten wir, jetzt könnten wir noch einen Percussiontrack gebrauchen, weil Trommeln, Bongos, Rasseln über das gesamte Album verteilt prominent zum Einsatz kommen. Peter meinte, lass uns 'Adieu Adieu' darüber singen. Ich war skeptisch, aber es passte. Zwei grundverschiedene Musikwelten, die perfekt miteinander harmonieren."
Bernd Gürtler SAX 11/22
 


The Düsseldorf Düsterboys
"Duo Duo"
(Staatsakt; 7.10.2022)


The Düsseldorf Düsterboys im Netz
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The Sound Of Bronkow Music Festival
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Konzert
Düsseldorf Düsterboys; 4.-6.11.2022 The Sound Of Bronkow Music Festival

 

Foto: Katharin Geling
Foto: Katharin Geling

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