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"Streets Of Minneapolis": Bruce Springsteens Protestsong findet deutliche Worte

Dass Bruce Springsteen dem derzeit amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika wenig bis überhaupt keine Sympathie entgegenbringt, ist hinreichend bekannt, und sein "Streets Of Minneapolis" die logische Konsequenz, spontan verfasst als Reaktion auf zutiefst verstörende Ereignisse.

Geschrieben, aufgenommen und veröffentlicht innerhalb dreier Tage, sei sein Song "dedicated to the people of Minneapolis, our innocent immigrant neighbours and in memory of Alex Pretti and Renee Good", informiert ein offizielles Pressestatement. Bruce Springsteen thematisiert den Aufruhr, den die amerikanische Großstadt erlebt, heraufbeschworen, wie es im Songtext heißt, durch "King Trump's private army from the DHS". Gemeint ist das United States Department Of Homeland Security, das seine Truppen der Immigration And Customs Enforcement, kurz ICE, seit Donald Trumps Amtsantritt mit beispielloser Brutalität in martialischer Staffage und Fahrzeugen ohne Autokennzeichen gegen tatsächliche und vermeintliche illegale Einwanderer vorgehen lässt.Alex Pretti und Renee Good, beide überzeugt, dass das nicht rechtens ist, protestieren gegen die Maßnahmen und werden von ICE-Beamten auf offener Straße erschossen. "There were bloody footprints/Where mercy should have stood/And two dead left to die on snow-filled streets/Alex Pretti and Renee Good", lautet eine Textstelle aus "Streets Of Minneapolis".

Noch vor Donald Trumps erster Amtszeit hatte Bruce Springsteen auf die Gefährlichkeit seiner Präsidentschaft hingewiesen. "It’s a terrible thing that’s happening in the States. He's undermining the entire democratic tradition", warnt er im Oktober 2016 bei einem Londoner Konzertauftritt. 2025, wiederum während eines Konzerts in Großbritannien, legt er nach mit den Worten, in seiner Heimat, dem "America I love, the America I've written about, that has been a beacon of hope and liberty for 250 years, is currently in the hands of a corrupt, incompetent and treasonous administration. Tonight, we ask all who believe in democracy and the best of our American experiment to rise with us, raise your voices against authoritarianism and let freedom ring!"

Bruce Springsteens "Streets Of Minneapolis" ist der bislang prominenteste Hinweis auf eine Renaissance des amerikanischen Protestsongs, befeuert durch Jesse Welles, einem Wiedergänger Woody Guthries und gefeiert wegen Songs wie "The Poor", "United Health" oder dem sarkastischen "Join Ice". Joan Baez, die angesichts der Umstände aus ihrem wohlverdienten Ruhestand zurückzukehren, ist nicht nur einmal mit Jesse Welles im Duo aufgetreten. Neil Young ließ seinen Zorn bei "Big Crime" ungebremst entweichen. Lucinda Williams macht mit "World's Gone Wrong", ihrem Album vom Frühjahr 2026, das Politische in lebendigen Alltagsschilderungen greifbar. Nicht zu vergessen Sheryl Crow, die als Retourkutsche auf Elon Musks Demontage des Staatsapparates ihren Tesla verkauft und eine beachtliche Summe ans amerikanische National Public Radio NPR spendet.
Bernd Gürtler/TM


Bruce Springsteen
Streets Of Minneapolis
(VÖ 29.01.26)


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Foto: Bruce Lohad

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