|   Rezension

Makaya McCraven

Off The Record

(XL)

Die schlimmsten Schlagzeugerwitze? Geschenkt, gewisse Ausnahmen bestätigen ohnehin die Regel. Jemand wie der gebürtige Franzose Makaya McCraven, Mitte der Nullerjahre nach Chicago gewechselt und in den Kosmos um das Schallplattenlabel International Anthem eingetaucht. 

"Off The Record" ist im Vinylformat ein Doppelalbum, mit einem Stück pro Seite, das sich jeweils in vier bis sechs Einzelabschnitte unterteilt. Makaya McCraven selbst am Schlagzeug, legt im Wechsel mit Benjamin J. Shepherd beziehungsweise Junius Paul am Bass profunde Rhythmusfundamente, die reichlich Raum für solistische Entfaltung bereitstellen. "PopUp Shop" lässt Jeff Parker an der Gitarre sämtliche Register ziehen, bei "Hidden Out" ist es Josh Johnson, dessen Saxophon und Elektronikbeiträge für Furore sorgen. "Techno Logic" verzichtet auf gezupften Bass, selbigen Part übernimmt Theon Cross mit seiner Tuba. Ben LaMar Gay, der Solist, steuert sein unvermeidliches Kornett bei sowie Gesang, Perkussion, Electronics, Synthesizer und, Überraschung, eine Diddley Bow!

Obwohl im Nachhinein stellenweise bearbeitet, entstand das Rohmaterial sämtlichst bei Liveauftritten in Kalifornien, Chicago und New York. Ein überaus wichtiger Aspekt, wenn es nach Makaya McCraven geht. "In a time where we’re increasingly connected through phones, in a virtual world where you can’t really tell what’s real or what’s fake, there’s something special where we come together and share space, there is something special where we are sharing music, art", wird er im Presseinfo des Schallplattenlabels zitiert.

Wenig überraschend, dass der Beat Scientist, wie Makaya McCraven sich laut seiner Website selbst bezeichnet, dereinst bei Kamasi Washington aushalf und seine Komposition "In These Times" gemeinsam mit dem London Contemporary Orchestra im Londoner Barbican Centre aufgeführt wurde.
Bernd Gürtler/TM


Makaya McCraven
"Off The Record"
(XL; 17.10.25)


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Foto: Shannon Marks

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