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Lankum: Solodebüt für Sängerin Radie Peat mit "Still I Love Him"

Nichts weniger als atemberaubend ihr Gesang und ein Markenzeichen jener Dubliner Quartettformation, die dem Irish Folk radikal neue Perspektiven eröffnete, ohne Althergebrachtes aufzugeben. Dass Radie Peat anlässlich ihres Solodebüts bei der Songauswahl besondere Sorgfalt walten lässt, versteht sich von selbst. 

"Still I Love Him" ist die uralte irische Volksweise einer jungen Frau um die in Paarbeziehungen tagtäglich tausendfach gestellte Frage, ob bleiben oder gehen die bessere Option wäre, wenn das Miteinander zur Belastung geworden ist. Jede Generation findet ihren eigenen Umgang damit, dürfte aber beim Grübeln über die richtige Entscheidung fast immer mit klaustrophobischen Gemütsverfassungen konfrontiert gewesen sein, wie in der Unterwasserszenerie des Begleitvideos eingefangen. 

Aufgestöbert worden war "Still I Love Him" in den Irish Traditional Music Archives von Radie Peats Musikantenfreund John Francis Flynn, einem Folkerneuerer vom selben Schlag wie Lankum. Seine bislang einzigen beiden Alben "I Would Not Live Always" und "Look Over The Wall, See The Sky" genießen unter Kennern ähnliche Wertschätzung wie Lankums "Between The Earth And Sky", "The Livelong Day" sowie "False Lankum". Für Herbst 2026 ist ein komplettes Soloalbum von Radie Peat geplant.
Bernd Gürtler/TM 
 


Radie Peat
"Still I Love Him" 
(Rough Trade/Beggars; 8.7.26) 


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Foto: Daniel Archer