|   Rezension

The Green Apple Sea & Wayne Graham

Less Than Familiar

(K&F)

Nürnberg in Bayern trifft Whitesburg, Kentucky. Eine transatlantische Rückkopplung sozusagen und keineswegs überraschend zustande gekommen, weder so noch so. War nicht Johnny Cash als US-Armist im bayrischen Landsberg stationiert, um den Funkverkehr der Sowjets abzuhören? Hatten Wayne Graham bei ihrem Album "Joy!" nicht deutsche Sessionmitstreiter, die der amerikanischen Rootsspielweisen mächtiger gewesen sind als mancher Amerikaner? Hier teilen sich Kenny und Hayden Miles eine EP mit Stefan Pranges The Green Apple Sea.

Die EP, kurz für Extended Play, in der Regel bestückt mit zwei, drei Songs mehr als eine Single und gedacht zur Überbrückung, wenn das nächste Album länger dauert. Bestens geeignet das Tonträgerformat auch, wenn ein fieses Virus das Musikgewerbe flächendeckend lahmlegt. Dann hilft die EP, ein Schallplattenlabel im Bewusstsein seiner Fangemeinde zu halten, zumal wenn wie im vorliegenden Fall tatsächlich auf Vinyl veröffentlicht wird und zu erwarten ist, dass die Scheibe ein begehrtes Sammlerstück sein wird.

Zwei eigene Songs und zwei Coverversionen enthält "Less Than Familiar". Wayne Grahams "Runnin'" ist der EP-Titel entlehnt, The Green Apple Seas "Dark Kid (Ep.1)" geht zurück auf eine norddeutsche Redensart. "Everytime The Sun Comes Up" stammt aus der Feder von Sharon van Etten, "I Live It" von Icona Pop. Wie nicht anders zu erwarten, eingespielt die vier Stücke mit Hingabe. Moderner Roots Rock at it's best!
Bernd Gürtler/TM

Video/Musik
"Runnin'"
"Dark Kid (Ep.1)"

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