"Wir sind mit eigener Beleuchtungstechnik unterwegs, unserem eigenen PA-System, das phantastisch ist. Der Sound, das Licht, die gesamte Show Spitzenklasse wie immer. Einige von uns haben sich neue Bühnenoutfits zugelegt, wir wirken ein bisschen jünger. Das Entscheidende aber ist die Energie, die entsteht, wenn wir zusammenkommen und gemeinsam Musik machen." Ace, bürgerlich Martin Ivor Kent, ist Gitarrist bei der britischen Band, die zuverlässig gegen den Strich bürstet, dem nostalgisch eingefärbten Britpop ihren schroffen Elektrorock entgegenstellte und eine Sängerin in ihren Reihen hat, die schon für sich genommen ein einziger Aufreger ist. Ihr verdanken Skunk Anansie nicht nur die Bandnamensreferenzen an gewisse Cannabiskräutersorten beziehungsweise einen Spinnenmann der westafrikanischen Mythologie.
Skin, bürgerlich Deborah Anne Dyer und Tochter jamaikanischer Einwanderer, rasiert sich den Schädel kahl und erlangt weithin Bekanntheit wegen ihrer feministischen beziehungsweise antirassistischen Songtextkommentare. Skunk Anansies Debütsingle "Little Baby Swastikkka", wenig später eingeflossen ins Debütalbum "Paranoid & Sunburnt", setzt auf Anhieb den Ton. Wird der Song Bestandteil der aktuellen Setlist sein? Ace weiß noch nicht. "Das hängt davon ab, ob wir eine Notwendigkeit spüren. Vergangenes Jahr hatten wir es jeden Abend im Programm."
Darüber hinaus, verrät er, wird es einen Mix aus Greatest Hits und semibekannten Stücken geben, selbstredend auch Material vom jüngsten Album "The Painful Truth". Darunter mit Sicherheit "An Artist Is An Artist", den "einzigen Rocksong, der das Wort Menopause enthält", vermutet Ace. Denn es geht um das Altern von Künstlern, genauer von Künstlerinnen, die sich ständig der nervigen Frage ausgesetzt sehen, wie denn das so ist, wenn Frau in die Jahre kommt. Skin gibt die einzig richtige Antwort. "An artist is an artist/When an artist is an artist/And she don’t stop being an artist/'cos she's old you know", heißt es im Songtext. Nicht unpassend auch "Cheers" mit Textzeilen wie "You lеft us high on these false hopes/Left us idols, not heroes". Hört sich an wie ein Kommentar auf den Brexit, oder? Könnte sein, entgegnet Ace.
Bernd Gürtler/TM
Skunk Anansie
"The Painful Truth"
(FLG; 23.5.25)
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