|   Rezension

Neko Case

Hell-On

(Anti)

Das Frontcover versteht sich als Hinweis auf "Bad Luck", einen Song des Albums, der in Schweden eingespielt wurde, während daheim in den USA ihr Wohnhaus einer verheerenden Feuersbrunst zum Opfer fiel, wie sich im Nachhinein rausstellen sollte.

Eine ungemein boshafte Laune des Schicksals, dennoch kein echtes Drama. Es sind Dinge verbrannt, nichts weiter, bekam die US-Musikzeitschrift Rolling Stones auf entsprechende Nachfrage zur Antwort. Egal mit welchen Verwerfungen sie sich konfrontiert sieht, Neko Case ist und bleibt derselbe Freigeist, der sich nie mit Halbheiten zufriedengibt, sondern in jedem Fall sowohl weit in die Tiefe als auch in die Breite lotet. Allein die zu jedem Song individuellen Arrangements auf "Hell-On" sind ein einziges Vergnügen. Der Titelsong eröffnet mit Kalimba-Samples, in "Halls Of Sarah" röhrt kurz ein Baritonsaxophon, "Last Lion Of Albion" wird durch schräge Synthesizersounds besonders. Einmal mehr verbreitet die ehemalige Punkrockerin lebenskluge Alltagsbetrachtungen oder bekennt ihre allerdings von eigenen Versäumnissen überschattete Sympathie für Tierwelt und Natur. "My heart could break for a one-legged seagull, and still afford nothing to do" heißt es an einer Stelle.
BG/TM