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Louisa Livingstone: Covermodel von Black Sabbath mit eigener Minirockoper "Alice"

Wer die junge Frau ist, die für das Frontcover zu Black Sabbaths Debütalbum vor der Mapledurham Watermill in Oxfordshire als mysteriöse Witch Woman posiert, war lange unbekannt. Erst recht, was aus ihr wurde und welches musikantische Potential in ihr schlummert. 

Unter dem Künstlerpseudonym Indreba, abgekürzt für The Incredible Dream Band, veröffentlicht Louisa Livingstone seit Frühjahr 2025 über diverse Streamingplattformen eigene Musik. Zuerst instrumentale Elektronikstücke wie "Galactic Angel" oder "Father Spirit", laut Eigenwerbung bestens geeignet "for meditation, yoga, psychic circles and visualisation exercises". Gefolgt von "Witch Woman" und "The Woman By The Mill", zwei autobiografischen Songs, die beide zu deftigen Hardrockriffs ihre Fotosession für Black Sabbath rekapitulieren und verraten, wie empfindlich kalt es war an jenem Herbstmorgen in ihrem schwarzen Gewand mit nichts darunter und sie jetzt als "a bit of an icon, or even the 5th member of the band" gelten darf. 

Dann das stilistisch breiter angelegte Album "Valley Of Bliss", das Freude durch musikalische Magie verbreiten will, "but also with a sincere focus on meaningful lyrics". Wiederum im Anschluss daran zwei weitere Einzelsongs. "Cold Hearts, Narrow Minds" will ermutigen, den Straßenkatzen, wie es sie in Spanien offenbar in Scharen gibt, ein guter Freund zu sein; Louisa Livingstone lebt heute im Südosten des Landes unweit von Murcia. "Take A Break" ermahnt, sich vom Stress der Erwerbstätigkeit nicht beeindrucken zu lassen. 

Die Minirockoper "Alice" schließlich beruht auf Lewis Carrolls "Alice's Adventures In Wonderland"/"Through The Looking-Glass". Die Idee gekommen sei ihr nach der Fachsimpelei mit einem KI-Chatbot zum Panpsychismus, der philosophischen Lehre, dass Bewusstsein oder geistige Eigenschaften Bestandteil der gesamten natürlichen Welt sind, konnte das US-Musikmagazin Rolling Stone in Erfahrung bringen. 

Wobei die Konversation mit dem digitalen Gegenüber nicht sonderlich vielversprechend verlaufen sein dürfte, die Bilanz zeugt von gewisser Skepsis gegenüber dem digitalen Paralleluniversum. "Logic has fallen through the floor!", heißt es unter der Überschrift "Feed You Head" gleich im Eröffnungssong zu "Alice", mit schönen Grüßen an Jefferson Airplanes "White Rabbit", der bislang berühmtesten Rockadaption von Lewis Carrolls viktorianischen Romanklassikern. "Spellbound By A Ghost" bezeichnet Algorithmen ziemlich zutreffend als "silicon gold". Das finale "The Red Queen's Wake-Up Call" konstatiert, der "digital palace" habe sich in Staub verwandelt "In the light of a genuine day/Open your eyes, shake the sleep from your head/Forget every lie that they said". 

Rockfotosessions absolviert Louisa Livingstone mindestens noch für Queen (höchstwahrscheinlich zum legendären Poster fürs Album "Jazz") sowie Fare Weather (auf dem Innencover des Gatefolds zum Albumdebüt, das ist sicherlich sie). Bei Bandcamp stellt sie sich vor als Musikerin und Komponistin "with a background in TV, films and theatre". Zum Musikmachen nutzt sie von Dream Theaters Jordan Rudess entwickelte Wizdom-Apps. 
Bernd Gürtler/TM


Indreba
"Alice" 
(kein Label; 25.8.26)


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Foto: Warner Bros

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